1931

Trotz der auch im Jahre 1931 vorherrschenden allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Situation war es dem Bitterfelder VfL möglich, die ballonsportlichen Aktivitäten fast auf dem Niveau von 1930 zu halten. Leider meldeten sich im Laufe des Jahres 112 Mitglieder ab, so dass der Mitgliederstand am 31. Dezember des Jahres nur noch 294 betrug; darunter befanden sich allerdings 45 Ballonführer und 6 Führeranwärter. Es erfolgten ab Bitterfeld 130 Aufstiege, davon 114 durch den Bitterfelder VfL. Der Vereinsvorsitzende Dr. Jaeger wurde auf dem Luftfahrertag in Augsburg für seine Verdienste als Erster mit der neugeschaffenen Ehrenurkunde des DLV ausgezeichnet. Dr. Jaeger hatte über die Arbeit für den Bitterfelder VfL hinaus, als Mitglied und später als Vorsitzender des Freiballon Ausschusses (F.A.) des DLV maßgeblichen und richtungsweisenden Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Freiballonsportes genommen. Er trat dieses Amt an Oberingenieur Eduard Raven aus Gelsenkirchen ab. Richard Schütze erhielt als Anerkennung für seine Fahrleistungen das goldene Freiballonsportabzeichen.

An größeren Wettfahrten fanden statt: eine nationale mit 7 Ballonen am 10. Mai, die Richard Schütze mit dem Ballon Bitterfeld IX gewann, und der Wettbewerb um den DLV-Wanderpreis am 27. September mit 10 Ballonen, den diesmal der Leipziger Verein für Luftfahrt für sich entscheiden konnte. Sieger: Eugen Stüber mit dem Ballon Leipziger Messe (630 m³), Zweiter: Richard Schütze mit Bitterfeld IX.

Anlässlich der deutschen Luftfahrtwerbewoche des DLV rüstete der Bitterfelder VfL am 7. Juni den Ballon Bitterfeld X (600 m³) auf. Der Ballon wurde aus Wasserstoffgasflaschen gefüllt und startete von der im Bitterfelder Zentrum gelegenen Binnengärtenwiese aus. Ballonführerin war die Bitterfelder Franzis Diehl. Die Landung erfolgte nach 98 km bei Finsterwalde. Auf dem mit Vereinswimpeln geschmückten Festplatz hatte die Jungfliegergruppe ihre drei flugfähigen Segelflugzeuge Sausewind, Dr. Jaeger und Bitterfeld aufgestellt. Letzteres wurde in ca. 1200 Arbeitsstunden in der eigenen Werkstatt aufgebaut und am 10. Mai durch Bürgermeister Ebermann getauft.1)

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Autor Dr. Jürgen Seifert